FAQs

Wir sind Ärztinnen und Ärzte oder haben über unseren Beruf in anderer Weise mit der Gesundheitsversorgung undokumentierter Menschen zu tun. Wir setzen uns dafür ein, dass Gesundheit als gemeinsames Ziel erkannt wird, für das es gemeinsame Lösungen braucht. Wir arbeiten in verschiedenen Bereichen, teilen aber den Grundsatz, dass wir die Corona-Krise nur mit allen Menschen in Österreich gemeinsam bewältigen können.

Jede und jeder kann diese Petition unterzeichnen, über eigene e-mail-Adressen an Freundinnen und Freunde verschicken, an ArbeitskollegInnen weiterleiten oder auf facebook darauf aufmerksam machen. Auch über Unterstützungsfotos mit unseren Forderungen freuen wir uns sehr. ÄrztInnen und Berufsgruppen, die mit der medizinischen Versorgung undokumentierter Menschen vertraut sind, können diesen Aufruf weiters öffentlich mit ihrer Position unterstützen. Dafür brauchen wir nur euer (medizinisches oder organisatorisches) Tätigkeitsfeld und euren Dienstort.

In dieser Gruppe sind sehr verschiedene Lebensumstände vereint. Dazu gehören Menschen, die in Österreich dokumentiert gearbeitet haben, deren Bewilligung aber abgelaufen ist und die im Land geblieben sind. Andere Menschen haben sich aus Angst vor Verfolgung der Abschiebung entzogen. Und es gibt Menschen, die über Familie oder andere Beziehungen ins Land gekommen sind, aber nie aufgeschienen sind.

Das ist natürlich schwierig zu sagen, da sie eben nirgendwo erfasst werden. Schätzungen der Diakonie aus dem Jahr 2018 gehen in Richtung 100.000. Es ist anzunehmen, dass die Zahl in den letzten zwei Jahren etwas gesunken ist. Die Größenordnung macht aber deutlich, dass wir diese Gruppe bei der Bewältigung der Corona-Krise nicht übersehen dürfen.

Es gibt in Österreich grundsätzlich eine Verpflichtung, PatientInnen unabhängig ihres Status in Notfällen zu behandeln. Und es gibt einige Anlaufstellen, die undokumentierte Menschen behandeln. Teilweise fallen diese Stellen jedoch gerade durch Corona-Maßnahmen weg und es fehlen flächendeckende Angebote mehrsprachiger Hotlines. Da Corona eine meldepflichtige Erkrankung ist, fehlt den Menschen die Sicherheit, dass für sie aus einer Meldung keine negativen Konsequenzen folgen.

Auch das ist ganz unterschiedlich. Viele undokumentierte Menschen hängen täglich von ihrer Arbeit ab, für die sie keinerlei Absicherung haben. Krank werden an sich ist schon eine enorme Gefahr. Bezogen auf Corona kommt vor allem die Angst hinzu, dass sie dokumentiert und von Abschiebung bedroht werden.